Humusformen - Diagnostische Horizonte

Die Definitionen der Horizonte beziehen sich ausschließlich auf makroskopisch (maximal mit Hilfe einer Lupe) erkennbare Merkmale. Die Menge an organischer Feinsubstanz ist an einem Querschnitt durch den Horizont zu schätzen. Die Definitionen der Horizonte richten sich nach der Bodenkundlichen Kartieranleitung, 5. Auflage 2005. Abweichende Definitionen und neu hinzugekommene diagnostische Horizonte sind farbig markiert.

Organische Horizonte bestehen zu mehr als 30 Masse% aus organischer Substanz (entspricht etwa 40 Vol.­%)

Organische      Horizonte	
H		H von Humus
Organischer Horizont aus Resten torfbildender Pflanzen (Torf),
L 		L von englisch litter = Streu
Organischer Horizont aus Ansammlung von weitgehend unveränderter oberirdischer Pflanzensubstanz (Förna); die organische Substanz besteht zu  < 10 Vol.-% aus organischer Feinsubstanz
O		(O von organisch)    
Organischer Horizont (soweit nicht H- oder L-Horizont) aus organischer Substanz über dem Mineralboden oder über Torf; die organische Substanz besteht zu > 10 Vol.-% aus organischer Feinsubstanz.
Mineralische Horizonte (< 30 Masse-% org. Substanz)

A        mineralischer Oberbodenhorizont

Zusatzsymbole für geogene und anthropogene Merkmale

Dem Hauptsymbol vorangestellte Zusatzsymbole zur Charakterisierung geogener und anthropogener Eigenschaften werden nach folgender Übersicht verwendet. Mehrere Zusatzsymbole können vorangestellt werden.

a	     Auendynamik; kombinierbar mit  A, C, S, G und M
f          fossil; kombinierbar mit A, B, T, S und G
h         Hochmoor; kombinierbar mit H
n	      Niedermoor; kombinierbar mit H

o        organisch (sedimentär, lithogen); kombinierbar mit A, C und G

q        quellwasserbeeinflusst; kombinierbar mit G

r        reliktisch; kombinierbar mit F, H, A, B, P, T, S und G

s        hangwasserbeeinflusst; kombinierbar mit S und G

u        Uebergangsmoor; kombinierbar mit H

y        anthropogen umgelagertes künstliches Substrat; kombinierbar mit lC
mC, xC, und G
 
Zusatzsymbole für pedogene Merkmale

Dem Hauptsymbol nachgestellte Zusatzsymbole zur Charakterisierung pedogener Eigenschaften werden nach folgender Übersicht verwendet. Die Verwendung mehrer nachgestellter Zusatzsymbole ist möglich.

a        anmoorig; kombinierbar mit A

a      bei Absonderungsgefüge; kombinierbar mit H

d      dicht (wasserstauend); kombinierbar mit S. Bei sehr schwacher

Pseudovergleyung, kombinierbar mit B, P, T, M, E, G und C, z.T. in Verbindung mit weiteren Zusatzsymbolen

e        eluvial, ausgewaschen; sauergebleicht: kombinierbar mit A;

nassgebleicht: kombinierbar mit S

f        vermodert (schwedisch „Förmultningsskiktet“); kombinierbar mit O

ff:    (f von überwiegend fragmentiertem Material)

oberirdische Pflanzenreste überwiegen deutlich gegenüber der organischen Feinsubstanz; der Anteil an organischer Feinsubstanz liegt zwischen 10 und 30 Vol.-% der Summe von organischer Feinsubstanz und oberirdischen Pflanzenresten, kombinierbar mit O

hf: (h von stärkerem Hervortreten des humifizierten Materials)

die organische Feinsubstanz tritt deutlich hervor; ihr Anteil liegt zwischen 30 und 70 Vol.-% der Summe von organischer Feinsubstanz und oberirdischen Pflanzenresten,
Kombinierbar mit O (-> moderartiger F-Mull).

f       von fibric, faserig)

kombinierbar mit H, organische Substanz aus nicht oder nur schwach zersetzten Pflanzenresten, Pflanzenstrukturen deutlich erkennbar, Wasser beim Quetschen farblos bis braun, Rückstand nicht breiartig.
Humufizierungsgrad nach von Post H 1 bis H 4.

g        haftnässegeprägt; kombinierbar mit S

h        humos; kombinierbar mit O, A, B und G

h    (humic, humifiziert)

kombinierbar mit H, an der Bodenoberfläche organische Substanz aus stark und sehr stark zersetzten Pflanzenresten, Farbe dunkelbraun bis schwarz, außer besonders widerstandsfähigen Resten (z.B. Wurzeln, Holz) keine Pflanzenstrukturen erkennbar, beim Quetschen wird mehr als 2/3 der Torfsubstanz zwischen den Fingern herausgedrückt, fast kein bis kein Rückstand,
h von Humifizierungsgrad nach von Post H 8 – H 10

bh: (b von bröckelig),

bröckelige Lagerungsart; die organische Feinsubstanz bildet entweder locker gelagerte, leicht in kantengerundet zerfallende mehr oder weniger große Stücke oder zerfällt pulverig; kombinierbar mit O

kh: (k von kompakt),

kompakte Lagerungsart, aus dicht gelagerter organischer Feinsubstanz bestehend; bei Biegebeanspruchung nicht scharfkantig brechend; kombinerbar mit O

sh: (s von scharfkantig brechbar),

kompakte Lagerungsart; aus dicht gelagerter organischer Feinsubstanz bestehend; bei Biegebeanspruchung scharfkantig brechend (Bruchflächen sind als scharfkantig zu bewerten, wenn sich die auseinander gebrochenen Stücke wieder fugenlos schließen lassen); kombinierbar mit O

vh   ( kombinierbar mit O),

im Kontakt zu festem Fels (mCn) oder zu feinerdefreiem Grobskelett (xC) oder zu Ah-Horizonten stehend; im feuchten Zustand krümelig, über Carbonatgestein tiefschwarz, über saurem Gestein intensiver braun gefärbt; Eigenschaften wesentlich durch das anorganische Kontaktgestein bzw. durch die mineralischen Komponenten im Ah mit­bestimmt (Anreicherung organisch gebundener Metallionen); Kontaktbereich meist nur wenige cm umfassend.

i        initial (beginnend); kombinierbar mit F und A, O, H

k        Basen- und Nährstoffverhältnisse durch regelmäßige Düngung

nachhaltig verändert (kultotroph); kombinierbar mit Ah, Aa und H

l        lessiviert, tonverarmt; kombinierbar mit A

m        vermulmt; kombinierbar mit H

m     von mesic, mittel,kombinierbar mit H

organische Substanz aus mittel zersetzten Pflanzenresten, Farbe dunkelbraun bis schwarz, Pflanzenstrukturen nur noch undeutlich erkennbar, Wasser beim Quetschen stark trüb, bis zu 1/3 der Torfsubstanz wird herausgedrückt, Rückstand breiartig,
Humifizierungsgrad  nach von Post H 5 – H 7.

o        oxidiert; kombinierbar mit F, G und Y

p        gepflügt; kombinierbar mit H und A

r        reduziert; kombinierbar mit F, H, S, G und Y

s        angereichert mit Sesquioxiden; kombinierbar mit H, G und B bei

Podsolhorizonten

t        geschrumpft; kombinierbar mit H

u      (u von Wurzel), sehr stark durchwurzelt;

der Anteil an Feinwurzeln (< 2 mm) beträgt mehr als 50 Vol.-%,

kombinierbar mit O,H, A

v        vererdet; kombinierbar mit H

w        stauwasserleitend; kombinierbar mit S,

bei sehr schwacher Pseudovergleyung, kombinierbar mit A, B, P, M, E, und C, z.T. in Verbindung mit weiteren Zusatzsymbolen

w       zeitweilig stau- oder  grundwassererfüllt;

kombinierbar mit F, H L, O und G

x        biogen gemixt; kombinierbar mit A, E und O

z        zoogen; Feinhumus besteht überwiegend aus Exkrementen der 
     		Mesofauna, Kombiniermbar mit O

z        salzhaltig (Leitfähigkeit ≥ 0,75 mS/cm im Sättigungsextrakt),

verursacht durch leicht lösliche Salze, leichter löslich als Gips); kombinierbar mit H und G

 

H     H - H o r i z o n t

Organischer Horizont mit ≥ 30 Masse-% organischer Substanz (Torf), aus Resten torfbildender Pflanzen an der Oberfläche unter topogenem oder ombrogenem Wasserüberschuss gebildet.

Dem Hauptsymbol H können folgende Zusatzsymbole vorangestellt werden:

•     n     = vorwiegend aus Resten von Niedermoortorf

            bildenden Pflanzen

•    u    =   vorwiegend aus Resten von Übergangsmoortorf

                bildenden Pflanzen

•    h    =   ausschließlich aus Resten von

                Hochmoorpflanzen

•    j    =    anthropogen umgelagert

•    e    =    primär (geogen) carbonathaltig

•    z    =    salzhaltig#

•    f    =    fossil

Hw         H-Horizont, zeitweilig (grund-)wassererfüllt;

im Schwankungsbereich von Stau- und/oder Grundwasser; mit Oxidationsmerkmalen: in der Regel dunklere Farbe als der darunter liegende Horizont. Torfart und Humifizierungsgrad sind meist noch ansprechbar.

        Übergangs-Hw-Horizonte:

Hcw      Hw-Horizont,

mit erkennbar sekundärer Anreicherung von Carbonaten.

Hzw     Hw-Horizont mit sekundärer Anreicherung von Salzen

Hs        H-Horizont,

diffus oder nesterförmig mit unverfestigten Sesquioxiden (Raseneisen) angereichert.

Hr        H-Horizont, ständig (grund)wassererfüllt;

mit Reduktionsmerkmalen: in der Regel hellere Farben als der darüber liegende Horizont, bei Luftzutritt nachdunkelnd. Torfart und Zersetzungsgrad sind meist noch ansprechbar.

        Übergangs-Hr-Horizonte:

Hcr Hr-Horizont, mit erkennbarer sekundärer Anreicherung von Carbonaten.

Hzr Hr-Horizont mit sekundärer Anreicherung von Salzen.

 

Diagnostische Horizonte wachsender Torfauflagen

nHfw,nHfr (f von fibric, faserig),

nH-Horizont an der Bodenoberfläche, dessen organische Substanz aus nicht oder nur schwach zersetzten Pflanzenresten besteht, Pflanzenstrukturen deutlich erkennbar, Wasser beim Quetschen farblos bis braun, Rückstand nicht breiartig.
Humositätssgrad nach von Post H 1 bis H 4.

nHmw, nHmr  (m von mesic, mittel),

nH-Horizont an der Bodenoberfläche, dessen organische Substanz aus mittel zersetzten Pflanzenresten besteht, Farbe dunkelbraun bis schwarz, Pflanzenstrukturen nur noch undeutlich erkennbar, Wasser beim Quetschen stark trüb, bis zu 1/3 der Torfsubstanz wird herausgedrückt, Rückstand breiartig,
Humositätsgrad  nach von Post H 5 – H 7.

nHhw, nHhr (h von humic, humifiziert),

nH-Horizont an der Bodenoberfläche, dessen organische Substanz aus stark und sehr stark zersetzten Pflanzenresten besteht, Farbe dunkelbraun bis schwarz, außer besonders widerstandsfähigen Resten (z.B. Wurzeln, Holz) keine Pflanzenstrukturen erkennbar, beim Quetschen wird mehr als 2/3 der Torfsubstanz zwischen den Fingern herausgedrückt, fast kein bis kein Rückstand, Humositätsgrad nach von Post H 8 – H 10.

Diese Definitionen gelten entsprechend für uHw- und uHr- sowie  für hHw- und hHr-Horizonte.

Hv        H-Horizont,

Oberbodenhorizont mäßig entwässerter und/oder extensiv bearbeiteter Moore; durch sekundäre aerobe Prozesse der Mineralisierung und Humifizierung „vererdet“; krümeliges bis feinpolyedrisch-körniges Aggregatgefüge.

        Übergangs-Hv-Horizonte: Hvp, Hcv, Hcvp.

Hm  - H-Horizont,

Oberbodenhorizont stark entwässerter und/oder intensiv bearbeiteter Moore; durch intensive aerobe Prozesse der Mineralisierung und Humifizierung verbunden mit häufiger Austrocknung „vermulmt“: schwarze, stark bis sehr stark zersetzte Torfsubstanz mit im trockenen Zustand pulvrig-staubigem, schwer benetzbarem Korngefüge bzw. mit im feuchten Zustand schmierig-körnigem, verschlämmtem, dichtem Kohärentgefüge.
Übergangs-Hm-Horizonte: Hmp, Hvm, Hcm, Hcvm, Hcmp.

Ha        H-Horizont,

Unterbodenhorizont stark entwässerter Moore; Absonderungsgefüge infolge Schrumpfung und Quellung und teilweiser aerober Zersetzung; grob- bis feinpolyedrische Gefügekörper (zum Oberboden feiner werdend), bei Grobpolyedergefüge Torfart und Zersetzungsgrad meist noch ansprechbar; im trockenen Zustand bröckelig, mit ausgeprägten Gefügeoberflächen.

        Übergangs-Ha-Horizonte: Hca, Hza

Ht       H-Horizont, Torfschrumpfungshorizont,
der zum Untergrund überleitet; durch Schrumpfung und gehemmte Zersetzung grob-prismatisch gegliedertes Rissgefüge ohne horizontale Bruchlinien zum pedogen unveränderten Torf des Untergrundes; Torfart und Zersetzungsgrad meist noch ansprechbar.

        Übergangs-Ht-Horizonte: Hct, Hzt.

Hp        H-Horizont,

der durch regelmäßige Bodenbearbeitung geprägt ist (Hp schließt k ein).

Hk        H-Horizont, dessen Basen- und Nährstoffverhältnisse

durch regelmäßige Düngung nachhaltig verändert sind (vgl. Tab. 46, Punkt 15).

L - H o r i z o n t

Organischer Horizont aus Ansammlung von nicht und wenig zersetzter Pflanzensubstanz (Förna) an der Bodenoberfläche; die organische Substanz besteht zu < 10 Vol.-% aus Feinsubstanz (ohne makroskopisch erkennbare pflanzliche Gewebereste).

Lw: L-Horizont, zeitweilig stau- oder  grundwassererfüllt;,

Definition bisher nicht vollständig. Diese Horizontbezeichnung wird nur vergeben, wenn zumindest ein zeitweiliger (periodischer bis dauernder) Wassereinfluss mit reduzierenden Bedingungen festgestellt wird. Dieser Einfluss führt zu starker Graufärbung oder zu schwarzen Belägen und zum Teil zu mächtigeren Horizonten.
In vielen Fällen belegt die Krautschicht den Wassereinfluss bis in die Auflage-Horízonte (stark staunass bis nass).

O - H o r i z o n t

Organischer Horizont (soweit nicht H- oder F-Horizont) aus organischer Substanz über dem Mineralboden oder über Torf; die organische Substanz besteht in der Regel zu mehr als 10 Vol.-% aus Feinsubstanz; der Grenzwert zum Mineralboden liegt bei 70 Masse-% mineralischer Substanz (entspricht etwa 58 Vol.-%).

Of    (f von fragmentiert, rudimentiert, skelettiert)

O-Horizont in dem neben Pflanzenresten die organische Feinsubstanz deutlich sichtbar ist; ihr Anteil liegt zwischen 10 und 70 Vol.-% der Summe von organischer Feinsubstanz und oberirdischen Pflanzenresten; die oberirdischen Pflanzenreste können unterschiedliche Zerkleinerungsgrade aufweisen

Off: Of-Horizont (f von überwiegend fragmentiertem Material),

in dem die oberirdischen Pflanzenreste deutlich gegenüber der organischen Feinsubstanz überwiegt; der Anteil an organischer Feinsubstanz liegt zwischen 10 und 30 Vol.-% der Summe von organischer Feinsubstanz und oberirdischen Pflanzenresten
(-> Moderartiger F-Mull).

Ohf: (h von stärkerem Hervortreten des humifizierten Materials),

Of-Horizont in dem die organische Feinsubstanz deutlich hervortritt; ihr Anteil liegt zwischen 30 und 70 Vol.-% der Summe von organischer Feinsubstanz und oberirdischen Pflanzenresten
(-> Moderartiger F-Mull)..

Ouf: (u von Wurzel),

Of-Horizont der sehr stark durchwurzelt ist; der Anteil an Feinwurzeln (< 2 mm) beträgt mehr als 50 Vol.-%
(-> Rhizo-F-Mull, evtl. auch Rhizo-Moder).

Owf:        Of-Horizont, zeitweilig stau- oder  grundwassererfüllt,

Definition noch nicht vollständig. Diese Horizont-bezeichnung wird nur vergeben, wenn zumindest ein zeitweiliger (periodischer bis dauernder) Wassereinfluss mit reduzierenden Bedingungen festgestellt wird. Dieser Einfluss führt in Of-Horizonten zu starker Graufärbung oder zu schwarzen Belägen und zum Teil zu mächtigeren Horizonten.

In vielen Fällen belegt die Krautschicht den Wassereinfluss bis in die Auflage-Horízonte (stark staunass bis nass).

Verzahnungs-Of-Horizonte: mC+Of, xC+Of.

Oh: O-Horizont

in dem die organische Feinsubstanz stark überwiegt; sie hat einen Anteil von > 70 Vol.-% der Summe von organischer Feinsubstanz und oberirdischen Pflanzenresten; das biogene Ausgangsmaterial lässt sich im Gelände nur noch in Ausnahmefällen feststellen; bisweilen treten Holz, Rinde, Zapfen u.ä. lagig oder linsenförming auf.

Obh: Oh-Horizont (b von bröckelig),

der eine bröckelige Lagerungsart aufweist; die organische Feinsubstanz bildet entweder locker gelagerte, leicht in kantengerundet zerfallende mehr oder weniger große Stücke oder zerfällt pulverig; die Trennbarkeit von Obh- und A-Horizont ist überwiegend schlecht
(-> typischer Moder, typischer Feuchtmoder)

Okh: Oh-Horizont (k von kompakt),

der eine kompakte Lagerungsart aufweist; er besteht aus dicht gelagerter organischer Feinsubstanz; bei Biegebeanspruchung bricht er nicht scharfkantig; die Trennbarkeit von Okh- und A-Horizont ist überwiegend gut
(-> Moderartiger Rohhumus, typischer Feuchtrohhumus)

Osh: Oh-Horizont (s von scharfkantig brechbar),

der eine kompakte Lagerungsart aufweist; er besteht aus dicht gelagerter organischer Feinsubstanz; bei Biegebeanspruchung bricht der Horizont scharfkantig (Bruchflächen sind als scharfkantig zu bewerten, wenn sich die auseinander gebrochenen Stücke wieder fugenlos schließen lassen); die Trennbarkeit von Osh- und A-Horizont ist überwiegend sehr gut
(-> typischer Rohhumus, typischer Feuchtrohhumus)
.

Ouh: Oh-Horizont (u von Wurzel),

der sehr stark durchwurzelt ist; der Anteil an Feinwurzeln beträgt mehr als 50 Vol.-%
(-> Rhizomoder, Rhizo-Feuchtmoder).

 

Ovh:        - Oh-Horizont,

der im Kontakt zu festem Fels (mCn) oder zu feinerdefreiem Grobskelett (xC) oder zu Ah-Horizonten steht; diagnostischer Horizont der Humusform „Tangel“; im feuchten Zustand krümelig, über Carbonatgestein tiefschwarz, über saurem Gestein intensiver braun gefärbt; Eigenschaften wesentlich durch das anorganische Kontaktgestein bzw. durch die mineralischen Komponenten im Ah mit­bestimmt (Anreicherung organisch gebundener Metallionen); Kontaktbereich meist nur wenige cm umfassend.

 

Owh:        Oh-Horizont,

zeitweilig stau- oder  grundwassererfüllt. Definition noch nicht vollständig. Diese Horizontbezeichnungen werden nur vergeben, wenn zumindest ein zeitweiliger (periodischer bis dauernder) Wassereinfluss mit reduzierenden Bedingungen festgestellt wird. Dieser Einfluss führt häufig zur  einer schmierigen bis schmierig-kohlige Konsistenz. In vielen Fällen belegt die Krautschicht den Wassereinfluss bis in die Auflage-Horízonte (stark staunass bis nass).

        Verzahnungs-Oh-Horizonte: mC+O(v)h , xC+O(v)h.

 

Ozh:   Oh-Horizont,

	     Feinhumus zoogen, aus Exkrementen der Mesofauna 
      	(Collembolen) entstanden, locker, krümelig, meist 
      	> 5 cm mächtig, in hochmontanen bis alpinen Zonen 
       	häufig unmittelbar Kalk- und Mergstein aufliegend.
(-> Pechmoder).

 

A     A - H o r i z o n t

Mineralischer Oberbodenhorizont mit Akkumulation organischer Substanz und/oder Verarmung an mineralischer Substanz und/oder an Humus.

Ai    A-Horizont mit geringer Akkumulation organischer Substanz

und initialer Bodenbildung, charakterisiert durch lückige Entwicklung  u n d < 2 cm mächtig, mit Humusgehalten wie bei Ah oder Humusgehalt kaum sichtbar („Krypto-A“).

mAi - geringe Humusakkumulation in porösem Festgestein.

Ah   - A-Horizont mit bis zu 30 Masse-% akkumuliertem Humus,
dessen Menge in der Regel nach unten hin abnimmt; Mindestgehalt an organischer Substanz
bei < 17 Masse-% Ton und < 50 Masse-% Schluff: 0,6 Masse-%,

bei < 17 Masse-% Ton und ≥ 50 Masse- % Schluff bzw. 17 bis 45 Masse-% Ton: 0,9 Masse-%,

bei ≥ 45 Masse-% Ton: 1,2 Masse-%.

Auh: Ah-Horizont (u von Wurzel),

der sehr stark durchwurzelt ist; der Anteil an Feinwurzeln (< 2 mm) beträgt mehr als 50 Vol.-%
(-> Rhizo-L-Mull, Rhizo-L-Feuchtmull).
Axh       Ah-Horizont, > 1 dm mächtig und Basensättigung > 50 %, 
stabiles Aggregatgefüge und mit ausgeprägter Bioturbation 
(Regenwurmtätigkeit), unter Wald Humusform L-Mull.

Acxh     Axh-Horizont, erkennbar mit Sekundärcarbonat angereichert.

Axp, Acxp     Axh- bzw. Acxh-Horizont, regelmäßig gepflügt.

Akh - Ah-Horizont,

dessen Basen- und Nährstoffverhältnisse durch regelmäßige Düngung nachhaltig verändert sind (vgl. Tab. 46, Punkt 15).

        Übergangs-Ah-Horizonte:

Aih  - Ah-Horizont,

etwa 2 cm mächtig, organische Substanz vorwiegend Pflanzenreste.

Aah - Ah-Horizont mit Humusgehalt bis zu 30 Masse-%,

Farben dunkelgrau bis schwärzlich u n d entstanden in sehr niederschlagsreichem Klima  u n d / o d e r  aus früherem Aa-Horizont.

Alh  - Ah-Horizont mit Tonverarmung.

Aeh - Ah-Horizont, schwach podsolig,

durch Humuseinwaschung beeinflusst, vertikal ungleichmäßig humos, violettstichig.

Ach   - Ah-Horizont, erkennbar mit Sekundärcarbonat angereichert.

Weitere Übergangs-/Verzahnungs-Ah-Horizonte: lCv+Ah, Bv-Ah, Bv+Ah, Bv-Axh, Bv+Axh, P-Ah, P-Axh, P-Acxh, Sw-Ah, Go-Ah, Gw-Ah.

        Geogene Unterteilung der A-Horizonte:

aAi  - Ai- bzw. Ah-Horizonte mit Auendynamik,

Ai- bzw. Ah-Dynamik modifiziert.

aAh - Ah-Horizont in Flusssedimenten,

die durch periodische oder episodische Überflutungen und Auflandungen entstanden sind.

bAh - Ah der Braunen Rendzina.

eAh - Ah-Horizont mit einem Restcarbonatgehalt ³ 2 Masse-%.

jAh  - Ah-Horizont aus aufgekipptem natürlichem Ah-Material.

oAh - Ah-Horizont,

im wesentlichen durch Humifizierung sedimentärer (lithogener) organischer Substanz entstanden.
 

zAh - Ah-Horizont mit einem primären Gehalt

an leichtlöslichen Salzen (Leitfähigkeit ≥ 0,75 mS/cm im Sättigungsextrakt).

Aa   - A-Horizont unter Grundwasser- oder Stauwassereinfluss

an der Oberfläche entstanden und mit 15 bis 30 Masse-% organischer Substanz (anmoorig).

Aka - Aa-Horizont, dessen Basen- und Nährstoffverhältnisse

durch regelmäßige Düngung nachhaltig verändert sind (Varietäten vgl. Tab. 46, Punkt 15).

        Übergangs-Aa-Horizonte: Sw-Aa, Go-Aa, Gco-Aa.

Ae   - A-Horizont, sauergebleicht, podsoliert,

meist Munsell-Farbwert 4/ und mehr (bzw. 5/ und mehr, wenn trocken) sowie Quotient aus Farbwert und Farbtiefe 2,5 und größer; meist über einem Illuvialhorizont (z. B. : Bh-, Bsh-, Bs- oder Bsv-Horizont) liegend.

        Übergangs-Ae-Horizonte:

Ahe    - Ae-Horizont, horizontal ungleichmäßig humos,

Mindesthumusgehalt wie Ah,
≥ 0,6 Masse-% org. Substanz, mäßig podsolig bis podsoliert, violettstichig, durch Humuseinwaschung beeinflusst, mit diffus-wolkigen Bleichflecken, deren Farbe dem Ae entspricht.

Weitere Übergangs-/Verzahnungs-Ae-Horizonte: Ahe+Ae (stark podsolig), Sw-Ae, Sw-Ahe.

Al    - Lessivierter A-Horizont,

durch Tonverarmung geprägt, über einem tonangereicherten Horizont (Bt) liegend, aufgehellt gegenüber Ah- und Bt-Horizont; Tongehaltsdifferenzen zum Bt siehe dort.

Übergangs-Al-Horizonte:

Ahl  - Al-Horizont mit erkennbarem (Rest-)Humus.

Ael  - Al-Horizont,

stark aufgehellt durch starke Ton-Humusverarmung und zusätzliche Sauerbleichung, in Verbindung mit Bt als Ael+Bt diagnostischer Horizont der Fahlerde.

Verzahnungs-Al-Horizont:

Bt+Al       - Al-Horizont mit Bereichen höheren Tongehaltes.

Weitere Übergangs-/Verzahnungs-Al-Horizonte: Bt+Ael, Axh-Al, Bv-Al, Bv-Ael, Bv+Al, Bv+Ael, Bs-Al, Bs+Al, Sw-Al

Ap            - A-Horizont,

durch regelmäßige Bodenbearbeitung geprägt, Ackerkrume (Ap schließt k ein; s. Akh)

 

Stand: 23.02.04